IT ist Handwerk, oder: Warum die DOAG die Makerszene besucht

  • Erstellt von David König
  • Community, Soft Skills

David König aus der DOAG Cloud Native Community berichtet, was die DOAG mit dem Macher-Festival im August zu tun hat und wieso sich ein Besuch definitiv lohnt.

Die Statiken von Brücken und Gebäuden werden von Architekten und Statikern berechnet, aber die Handwerker sind es, die diese Bauten Realität werden lassen. An der Universität wird erforscht, wie Sanitärsysteme optimal eingesetzt werden, aber der so abfällig genannte „GaWaSch“-Handwerker ist es, der alles montiert. Immer neue Arten von Fliesen, von Holzverbindungen und elektrischen Systemen werden an den Universitäten dieser Welt erforscht, aber wollen wir wirklich, dass die Professoren diese auch in unserem Haus installieren? Na, lieber nicht. 

Ich will damit nicht sagen, dass nicht auch „nicht-studierte“ großartige Erfindungen gemacht heben, Beispiele sind hier der „Fischer Dübel“, die Zündkerze von Robert Bosch oder die erste Kleinbildkamera „Leica“ von Oskar Barnack. 

Aber oft ist es eben so, dass Forschung und Lehre Hand in Hand mit dem Handwerk arbeiten. Und so ist es auch in der Informatik. Ich will mir nicht anmaßen zu verstehen, wie eine KI im Detail funktioniert, geschweige denn neue KIs zu „erfinden“, aber die Anwendung habe ich durch lange Übung und stetige Anwendung gelernt. Ich habe keinen Compiler entwickelt und keine Blueprints für komplexe Architekturen geschrieben, aber ich kann Anforderungen meiner Kunden entsprechend umsetzen und mit den Technologien, die mir die Forschung zur Verfügung stellt, großartige Lösungen schaffen. 

Handwerker oder Maker, also die Menschen die durch ständige Anwendung Systeme zu beherrschen lernen, bilden die Schnittstelle zwischen abstrakten Vorgängen und den Wünschen der Menschen, die eine Vision haben. Sei es nun ein neues Badezimmer, das SmartHome oder ein neues CRM-System.

Das Macherfestival und die „The Real Life Guys“

Es ist Dezember 2023. Zu später Stunde nach der Arbeit gehe ich durch meine YouTube Abonnements und schaue, was es interessantes neues auf der Welt gibt und stoße auf ein Video der „The Real Life Guys“. Vier Tage mit 10.000 Abonnenten heißt es da. Die „The Real Life Guys“ sind Deutschland größter YouTube-Kanal der Makerszene und wurden bekannt durch verrückte Projekte wie zum Beispiel eine fliegende Badewanne

Das Macherfestival soll 10.000 Menschen auf dem Ferropolis Gelände nähe Leipzig vom 22. bis 25. August zusammenbringen, wo gemeinsam, eingebettet in ein Festival-Programm, Dinge gebaut werden.

In dem Video rufen sie dazu auf, dass sich Handwerksunternehmen melden, Workshops zu gestalten. Als engagierter Maker und Hobbybastler, der in der Makerszene als „Frickeldave“ auftritt und professioneller IT -Geek, führte dieser Satz bei mir zwangsläufig zu einer Kurzschlusshandlung. Für mich war es selbstverständlich, dass auch das Handwerk der IT mit ihren vielen wunderbaren Facetten auf diesem Macherfestival vertreten sein muss. 

Und da die DOAG für die Roadshow der Cloud Native Community gerade den Tourbus zur Gestaltung der „Highway to Cloudland Tour“ gekauft hatte und die „Interface AG“ sehr engagiert auf der Cloudland ihren Hebocon-Workshop durchgeführt hatte, entstand innerhalb von Minuten die Vision, dass wir mit dem Tourbus der DOAG und dem Interface-Hebocon-Konzept Workshops auf dem Macherfestival anbieten. 

Also griff ich zum Telefon, starte den Mail-Client, fuhr nochmal Teams hoch und haute in die Tasten. Zwei Wochen später war klar: Die DOAG wird Aussteller auf dem Macherfestival. Als gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, junge Menschen für den IT-Beruf zu begeistern, waren die „The Real Life Guys“ sofort Feuern und Flamme für die Idee. Aber die Jungs wären nicht die „The Real Life Guys“, wenn sie sich mit kleinen Robotern zufriedengeben würden und die Arbeit fing nun erst richtig an. 10.000 Menschen sind auf dem Festival und wollen Action und was erleben. 5-10 Roboter zu bauen reicht da nicht aus. Also nochmal zurück ans Reißbrett und überlegen, was kann man tun, um viel Menschen einen Interessanten/ spannenden Einblick in unsere Branche zu geben?

Das Programm der DOAG auf dem Macherfestival

Nach vielen Gesprächen und Workshops entstand ein schlüssiges Konzept, das sich rund um den Bau von Robotern dreht: 

Hebocons

Die Interface AG hat schon auf diversen Konferenzen Hebocon Workshops veranstaltet und das Konzept immer weiter verfeinert. An insgesamt 16 Werkbänken wird es euch ermöglicht, Arduino basierte Roboter zu bauen und diese jedem Nachmittag auf einer Bühne gegeneinander antreten zu lassen. Die Hebocon-Roboter dürfen dabei eine maximale Größe von 50 x 50 cm haben und ein Maximalgewicht von 1.000 Gramm. Die Interface AG bringt alle benötigten Materialien mit, die tendenziell nicht auf dem Macherfestival verfügbar sind (Motoren, Räder, Arduino, …) und eine Anleitung, wie diese montiert und verbunden werden. Die Teilnehmer:innen dürfen die Roboter am Ende mitnehmen.

Battlebots/Giantocons

Kleine Roboter sind schon cool, aber größer ist besser. Also bieten wir 4 bis 6 weitere Arbeitsplätze an, wo sich Teams zusammenfinden können, an denen große Roboter mit den Maßen 60 x 90 cm und einem Kampfgewicht von 30 kg gebaut werden können. Die Steuerung wird 1:1 von den Hebocons adaptiert, es wurden nur größere Reifen, Motoren und Steuerungen eingebaut. Die besondere Herausforderung ist hier, dass es nicht mehr damit getan ist, die Roboter mit Klebeband, Heißkleber und ein paar Schrauben zusammenzubasteln. Hier wird gesägt, geschweißt und gebohrt. Als professionelle Unterstützung haben wir uns die Kreativ-Werkstatt-Regensburg (auch bekannt unter dem YouTube Kanal „Euer Konstantin“) ins Boot geholt, die uns tatkräftig beim Bau der Battlebots unterstützt. 

Hackerschool

Coole Roboter zu bauen, ist eines. Aber zu verstehen, wie die Software dahinter funktioniert, ist ein anderes Thema. Um diese Lücke zu füllen, ist die Hackerschool mit ins Boot gesprungen. Die Hackerschool besucht Schulen und Veranstaltungen, um für Kinder und Jugendliche Workshops anzubieten, in denen Software entwickelt wird und Roboter programmiert werden. An 16 Arbeitsplätzen wird die Hackerschool nun zeigen, wie man sein eigenes „Flappy Bird“ programmiert, einen Roboter dazu bringt, Linien zu verfolgen, einen Roboterhund programmiert oder mit Chipsätzen LEDs programmiert. 

pib.rocks

Eine Facette fehlte noch – Roboter sollen auch humanoid sein. Aber so richtig was für Heimwerker ist das doch nicht, da viel zu komplex. Weit gefehlt, dachte sich die Firma isento und entwickelte den komplett 3D druckbaren Roboter „pib.rocks“. Mit einem ihrer Modelle werden wir euch auf dem Festival zeigen, wie so ein humanoider Roboter agiert, funktioniert und programmiert werden kann.

Fath-Mechatronik/inprocraft

Last but not least bedanken wir uns bei den Firmen Fath fath-mechatronics und inprocraft die dieses Event finanziell und mit Materialien unterstützen. Hier bekommen wir alles, was für den Bau der Roboter notwendig ist, vor allem Verbindungselemente, Nutensteine, Profile und weitere Metallelemente. 

Frickeldave

David aka „Frickeldave“ ist aktives Mitglied der DOAG Cloud Native Community und hat die Community-Arbeit zu seiner Leidenschaft gemacht. Neben deiner Arbeit bei der DOAG ist er als Principal Consultant im Cloud-Native-Umfeld aktiv und versucht immer wieder, sein Hobby „Maker-sein“ mit seinem Beruf zu verbinden. Das Macherfestival bietet hier eine perfekte Gelegenheit, Kreativität, technische Finesse und Leidenschaft für Technologie zu verbinden. 

Sei dabei

Handwerk und IT passen also sehr gut zusammen. Junge Menschen, die gerne kreativ sind und Dinge mit ihren Händen schaffen, werden in den nächsten Jahren immer mehr IT-Know-how aufbauen und es ist zu erwarten, dass auch Schreiner, Mechatroniker oder Elektriker in Teilen auch Informatiker sein werden. Genauso drängt das Thema IoT immer mehr auf die reinen IT-Berufe ein, die sich mehr und mehr fachlich mit Elektronik, Mechanik und Steuerungen auseinandersetzen müssen. 

Das ist der Grund, warum sich DOAG nun auf dem Macherfestival engagiert, sich selbst, ihre Konferenzen und die Tätigkeit des „IT-Handwerks“ präsentiert. 

Wenn du nun Lust hast, dich zu beteiligen, dann registriere dich auf der macherfestival.io-Seite, sei mit dabei und verbringe vier unvergessliche Tage mit uns. 

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